Serie Erste Hilfe

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Die Informationen zum Sonnenbrand kommen von Herrn Univ. Prof. Dr. Werner Aberer, Universitäts-Hautklinik Graz. Über das Ertrinken informiert Herr OA Dr. Friedrich Rath, Univ. Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Graz

Die Tipps zur Prävention von Ertrinkungsunfällen im Kindesalter erhielten wir von Herrn
Univ. Prof. Dr. Michael Höllwarth, Grosse schützen Kleine -Österreichisches Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter

Wann entsteht ein Sonnenbrand

Der Sonnenbrand ist einer der häufigsten krankhaften Zustände der Haut. Er betrifft zumeist Kinder, dies aus mehreren Gründen: Kinder haben mehr Freizeit, es mangelt ihnen an Erfahrung und sie haben auch eine Licht-empfindlichere Haut.
Der Sonnenbrand entsteht wenige Stunden nach Exposition, erreicht nach 12 bis 24 Stunden sein Maximum und klingt nach 48 bis 72 Stunden ab. Höhere Dosen und kurzwelliges UV führen zu schnellerer Entwicklung und langsameren Abklingen.

Gekennzeichnet ist der Sonnenbrand durch schmerzhafte, scharf auf den Ort der Lichteinwirkung begrenzte Hautrötung, bei stärkerer UV-Einwirkung Blasenbildung. Schwere Sonnenbrände sind von Fieber und Krankheitsgefühl begleitet.

Im Abheilungsstadium kommt es zu Pigmentierung und Abschuppung. Folgeverletzungen sind Pigmentverschiebungen, Narben werden nur nach außergewöhnlich starken Sonnenbränden beobachtet.

Was ist bei einem Sonnenbrand zu tun

Die Therapie besteht in einer kühlenden Lokalbehandlung; die im Handel angepriesenen After-Sun-Lotionen erfüllen meistens die gewünschten Eigenschaften, kühlen und pflegen recht gut. “Gefährliche” Inhaltsstoffe verbietet ohnehin die strenge Kosmetikgesetzgebung.
Von den vielen in Gebrauch stehenden Hausmitteln sind die meisten unwirksam. Ähnliches gilt leider auch für lokale Cortisone und Antihistaminika. Aufenthalt in kühler Umgebung, reichliche Flüssigkeitszufuhr und Ruhe sind unterstützende Maßnahmen. Ausgedehnte blasige Sonnenbrände bedürfen stationärer Behandlung.

Wie kann einem Sonnenbrand vorgebeugt werden

Kinder und auch Jugendliche sollten die Sonne insbesondere zwischen 11 und 14 Uhr möglichst meiden, Sonnenbrillen, Sonnenhut und geeignete Textilien tragen sowie sich durch die Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor – besser zu hoch als zu niedrig – schützen. Diese Sonnenschutzmittel sollten eine ausgeprägte Wasserfestigkeit aufweisen und keine oder nur eine geringe Parfümierung enthalten. Sogenannte Sunblocker erfüllen üblicherweise die Erfordernisse auch bei Kindern.
Textilien, wie sie in Europa bisher verwendet wurden, haben nur sehr geringe Schutzfunktion; ein weißes Baumwoll-T-Shirt bietet eventuell keinerlei UV-Schutz. Neue Entwicklungen – spezielle Textilien mit Mikro-Titanoxid in den Fasern – bieten einen hervorragenden Schutz gegen UV-Strahlen; selbst Kinder mit hochempfindlicher Haut können dadurch anstatt 5-10 Minuten 100-200 Minuten Exposition ohne Sonnenbrand erleben.

Nur ein Produkt (“Hyphen”) hat bisher die strengen Kriterien der Behörden in Australien/Neuseeland, den USA und Europa erfüllt. In sonnenintensiven Ländern ist ein Strandaufenthalt für Kinder mit hellem Hauttyp ohne derartige Schutztextilien fast nicht mehr denkbar. In Europa muss da noch ein gewisses Umdenken erfolgen. Säuglinge sollten überhaupt nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Sonnenbrände werden meistens als etwas Banales abgetan; sie haben aber Langzeitfolgen. Sonnenbrände bei Kindern werden deshalb in Ländern wie Australien oder den USA als Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht durch die Eltern bzw. Verantwortlichen (z.B. Betreuer, Lehrer, usw.) eingestuft und auch entsprechend geahndet.

Ertrinken

Ertrinken ist für Kinder nach Unfällen im Straßenverkehr die zweithäufigste Todesursache. In Österreich stellt Ertrinken besonders für Kleinkinder eine tödliche Gefahr dar.

Was passiert bei einem Ertrinkungsunfall?

Unter Ertrinken versteht man den Erstickungstod durch Einatmen von Wasser in die Lungen. Man kann auch im seichten Wasser ertrinken (schon 10cm Wassertiefe reichen)! Es genügt, wenn das Kind mit dem Gesicht unter Wasser zu liegen kommt und es sich aus dieser unglücklichen Lage selbst nicht mehr befreien kann.

Beim Ertrinken kommt es primär zu einem Stimmritzenkrampf und erst später, wenn der Tod schon beinahe eingetreten ist, fließt das Wasser in die Lungen. Durch den Sauerstoffmangel kommt es zur Bewusstlosigkeit und kurz darauf auch zum Herzstillstand.

Erste Hilfe Maßnahmen bei einem Ertrinkungsunfall

Bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen darf man nicht auf die eigene Sicherheit vergessen (z.B. extrem kaltes Wasser, starke Strömung, Sprung in unbekannte Gewässer usw.). Ist ein Atemstillstand bzw. Herzstillstand eingetreten, so muss mit der Beatmung und / oder Herzmassage bereits während der Rettung aus dem Wasser begonnen werden. Versuche Wasser aus der Lunge und Magen zu entleeren, sind sinnlos und vergeuden nur wertvolle Zeit. Die Rettung soll von einer zweiten Person verständigt werden. Ist man alleine am Notfallsort, so ist es erforderlich sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen und diese für zirka eine Minute durchzuführen. Erst danach kann professionelle Hilfe verständigt werden.

Die künstliche Beatmung wird je nach Körpergröße des Kindes mit einer “Mund zu Mund + Nase-“ oder “Mund zu Mund-Beatmung” durchgeführt. Die Herzmassage erfolgt durch Eindrücken des Brustbeines in Richtung Wirbelsäule.

Druckpunkt bei der Herzmassage:
Säugling: mit 2-3 Fingern auf untere Brustbeinhälfte (1 Fingerbreit unterhalb der gedachten Linie zwischen den Brustwarzen), Eindrücktiefe ca. 1/3 – ½ der Brustkorbtiefe

1 bis 8 Jahre: mit einem Handballen auf untere Brustbeinhälfte (1 Fingerbreit oberhalb des Brustbeinfortsatzes), Eindrücktiefe ca. 1/3 – ½ der Brustkorbtiefe

ab 8 Jahren: wie oben, jedoch mit 2 Handballen übereinander

Das Verhältnis Beatmung zu Herzmassage beträgt beim Säugling und bei Kindern bis 8 Jahren 1 x Beatmen / 5 x Herzmassage. Bei Kindern über 8 Jahre ist das Verhältnis 2 x Beatmen / 15 x Herzmassage. Die Frequenz der Herzmassage beträgt 100 / min.

Ist das Kind bewusstlos (Atmung und Kreislauf sind vorhanden), wird es in die stabile Seitenlage gedreht. In weiterer Folge soll man dem Kind die nassen Kleider ausziehen und es in Decken einwickeln, damit es vor weiterer Unterkühlung geschützt ist.

Tipps zur Prävention

Ertrinkungsunfälle passieren immer lautlos und schnell
Ein Ertrinkungsunfall kann jederzeit passieren, ob zu Hause, am See, im Schwimmbad oder auf Urlaub! Daher brauchen Kinder im und rund um das Wasser die ungeteilte Aufmerksamkeit der Erwachsenen
Biotop/Schwimmbecken mit einer 1.50 m hohen Umzäunung incl. selbstschließender Tür absichern
Nur TÜV-geprüfte Oberarm-Schwimmflügel mit mehreren getrennt voneinander aufblasbaren Kammern und Sicherheitsventilen verwenden
In Schlauchbooten, auf Luftmatratzen oder ähnlichem Kindern immer Schwimmwesten oder zumindest Schwimmflügel anlegen
Kindern soll im Alter von 4-5 Jahren das Schwimmen gelehrt werden – jedoch dürfen Anfänger auch nach der Teilnahme an einem Schwimmkurs nie ungesichert alleine im und am Wasser gelassen werden
Sollte ein Kind plötzlich unauffindbar sein, suchen Sie zuerst dort, wo Wasser ist, denn die ersten Sekunden zählen Erlernen Sie die lebensrettenden Sofortmaßnahmen, denn im Notfall zählt jede Sekunde

Foto: Teresa Kasprzycka – shutterstock.com