SSW 15: Baby atmet Fruchtwasser

Wie zuvor viele andere Körperfunktionen startet in dieser Woche die Atmung mit ersten Anläufen. Dabei kommt Fruchtwasser in Babys Lunge. Bei Ihnen zeigt sich inzwischen eine erste Wölbung des Bauches.

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Fertig: Das gilt zumindest für einige Körperteile Ihres Babys. Arme und Beine sind inzwischen voll ausgebildet und wachsen nun in die Länge. Dabei zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Beine länger als die Arme sein werden. Unsichtbar ist  die  Fertigstellung  der  Augen mit Linse und Hornhaut verlaufen. Denn die Lider sind weiterhin verklebt. Immer mehr Organe nehmen ihre lebenslang  dauernde Tätigkeit im Inneren des winzigen Körpers auf: In der Leber wird zum ersten Mal Gallenflüssigkeit produziert und die Bauspeicheldrüse schüttet erstmals Insulin aus.

Weiters beginnt das Baby, seine Atemorgane erstmals zu nutzen. Es „atmet“ Fruchtwasser ein und aus, wobei es immer mal wieder zu einem Schluckauf kommt. Mit seinen rund 8,7 Zentimetern Körpergröße vom Scheitel bis zum Steiß und stolzen 55 Gramm in dieser Woche, ist das Ungeborene voll im Soll. Mit ihm wächst die Gebärmutter und ganz allmählich wird bei Ihnen das Baby bäuchlein sichtbar.

Mami auf Shopping-Tour
Den meisten werdenden Mamis passt ihre bisherige Kleidung derzeit noch. Die eine oder andere Frau in anderen Umständen wird aber merken, dass die Hose langsam kneift. Allerspätestens jetzt ist es an der Zeit, mal auf Shopping-Tour zu gehen. Es gibt tolle Umstandsmode, die in aktuellen Farben angeboten wird.

Auch das Einkaufen trägt nun zum allgemeinen Wohlgefühl bei, das in dieser Phase der Schwangerschaft bei vielen Frauen zu beobachten ist. Denn in vielen Fällen sind die anfänglichen Begleiterscheinungen wie die Morgen übelkeit ja vergessen und die zusätzliche Wassereinlagerung sorgt für eine straffe (Gesichts-)haut. Allerdings sollten Sie ein Auge darauf haben, wie stark die Flüssigkeit im Gewebe  Ihrer Arme und Beine gespeichert wird. Eine ungewöhnliche Schwellung, die durch besonders viel Wasser hervorgerufen wird, kann nämlich auf eine der gefährlichsten Erkrankungen bei werdenden Mamis führen – der Gestose.

Lebensgefährliche Erkrankung
Es gibt zwei Arten dieser in früheren Zeiten „Schwangerschaftsvergiftung“genannten Erkrankung: die Frühgestose (Übelkeit und Erbrechen in den ersten Wochen) und die Spätgestose. Deutlich gefährlicher ist die zweite Variante, da sie im schlimmsten Fall zum Tod von Mutter und Kind führen kann.Bis zu fünf Prozent der werdenden Mamis sind von der Präeklampsie betroffen. Typische Symptome dieser Krankheit sind Übelkeit, Schwindel, Bluthochdruck und höhere Eiweißkonzentrationen im Urin. Die Eklampsie, quasi die Steigerung der Präeklampsie, ist durch Krampfanfälle und komatöse Bewusstlosigkeit gekennzeichnet. Es gibt keine abschließende wissenschaftliche Ursache für die Gestose. Vielmehr versuchen die Mediziner potentielle Risikogruppen auszumachen.

Hierzu gehören insbesondere Diabetiker, Menschen mit dauerhaftem Bluthochdruck, Nierenkranke, Übergewichtige et cetera.Gerade weil einige der Symptome – etwa ein erhöhter Blutdruck oder normale Wassereinlagerungen in den Extremitäten auch bei einer regulär verlaufenden Schwangerschaft auftreten, ist die Gestose oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen.

Bei der regelmäßigen Kontrolle sollte Ihr Arzt daher die signifikanten Punkte prüfen.Sollten Sie in einer früheren Schwangerschaft bereits an einer Gestose erkrankt sein, informieren Sie in jedem Fall Ihren behandelnden Arzt darüber. Nur so kann durch regelmäßige Kontrolle die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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Text: Mag. Lisa Drost
Bild:dr OX/Shutterstock.com