SSW 22: Die erste Hälfte ist geschafft!

Gemeinsam mit Ihrem Baby gehen Sie in die zweite Halbzeit der Schwangerschaft. Auch in dieser Phase verändert sich Ihr Körper, was Sie beobachten sollten. So können Sie frühzeitig etwaige krankhafte Veränderungen bemerken.

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Sie haben die Hälfte der Schwangerschaft geschafft! Halbzeit? Angesichts von 40 Schwangerschaftswochen werden Sie sich mit Recht fragen: Kann da jemand nicht richtig zählen? Allerdings haben Experten ein ungewöhnliches  Berechnungssystem entwickelt:Die Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt. Die Befruchtung  findet  allerdings erst rund zwei Wochen später statt. Ihr Baby macht immer weitere Fortschritte: Inzwischen erreicht es fast 28 Zentimeter Länge von seinem Köpfchen bis zu den Füßen. Mit einer Zunahme  von  rund  80 Gramm im Wochenvergleich wiegt es inzwischen deutlich über 400 Gramm. Es ist putzmunter und bewegt sich häufig in Ihrem Bauch. Wenn Sie die Hand auf darauflegen, können Sie vielleicht einen kleine Tritt oder einen Stups bemerken.

Den häufiger werdenden Schluckauf beim Kleinen bekommen Sie allerdings nicht mit.Die Ursache: Das kleine „atmet“ Fruchtwasser ein. Diese Übungen sind der Einstieg des Kleinen in die Atmung. Noch wird Ihr Baby ja über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Allerdings muss es bei der Geburt seine Lungen soweit vorbereitet und trainiert haben, dass es selbständig atmen kann.Da das Baby komplett vom Fruchtwasser umgeben ist, zieht es diese Flüssigkeit in seien Lungen. Dabei kann sich das Kleine schon mal verschlucken oder glucksen.

Auf Warnzeichen achten
Denken Sie bei all der Vorfreude auf Ihr Kind auch genug an sich selber? Es gibt einige Dinge, die Sie im Auge behalten sollten. Das beginnt beim Blutdruck. Der steigt zwar im Laufe der Schwangerschaft leicht an, weil Ihr Herz mehr Arbeit  verrichten muss.Gleichwohl  sollte er nicht übermäßig steigen. Ein entsprechendes  Warnzeichen können  häufigere Kopfschmerzen sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt um Hilfe fragen. Zu  den  „typischen“ Symptomen einer Schwangerschaft  gehört  auch  der häufigere   Harndrang. Dieser nimmt mit  jedem Monat zu. Die Ursache dafür ist das größer werdende Kind, was zunehmend auf Ihre Blase drückt. Durch das Wachstum Ihres Babys wird zudem der Raum in Ihrem Bauch immer kleiner, wodurch eben auch weniger Platz für die Blase bleibt.

Wenn Sie außerhalb  der Schwangerschaft häufiger mal eine Blasen-Infektion hatten, sollten Sie dies Ihrem Arzt sagen, damit er vorsichtshalber eine entsprechende Erkrankung ausschließen kann. Denn die könnte wegen der Schwangerschaft zunächst unerkannt bleiben. Zudem können Ihnen Ihre Beine zur Last werden. Das Übergepäck aus Baby, Fruchtwasser und Plazenta bedeutet eine höhere Belastung beim Gehen und Stehen.Daneben bedeuten Wassereinlagerungen unangenehme Schwellungen. Schließlich neigen werdende Mamis zu Waden- und Fußkrämpfen. Das richtige Schuhwerk (flach und bequem), ausreichend Bewegung (regelmäßige Spaziergänge) und ausreichend Magnesium (Bananen sind top) helfen dabei, die Beschwerden auf ein Minimum zu beschränken.

Sie werden in diesen Wochen der Schwangerschaft  an verschiedenen Stellen Farbveränderungen bemerken: Zum einen werden Ihre Brustwarzen und die Warzenhöfe dunkler. Zum anderen nimmt auch die Farbe von Muttermalen zu. Dies ist nicht von Dauern, sondern auch der hormonellen Umstellung geschuldet. Es ist sicherlich eine Gradwanderung zwischen aufmerksamen Beobachten Ihres Körpers, um frühzeitig krankhafte Veränderungen zu bemerken, und der notwendigen Gelassenheit bei  schwangerschaftstypischen Symptomen. Wenn Ihnen etwas eigenartig vorkommt und Sie unsicher werden, dann fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

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Text: Mag.Lisa Drost
Bild:dr OX/Shutterstock.com