Fit nach der Geburt

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Neun Monate lang gibt es nichts Schöneres, als den Babybauch wachsen zu sehen. Doch irgendwann kommt er: Der Moment, an dem frau sich wieder nach einer Jeans ohne Extra-Stretcheinsatz um die Mitte sehnt. Isabel Müller berichtet über verschiedene Wege und ihre eigenen Erfahrungen, nach der Geburt wieder fit zu werden.

Wir alle kennen die Bilder von Heidi Klum, Angelina Jolie und Co., die gefühlte Stunden nach der Geburt Waschbrettbäuche und Unterwäsche präsentieren, am Filmset weiterdrehen oder auf diversen Galen lächelnd für die Fotografen posieren. Keine Spur von Figurproblemen, Wochenbettdepression, spannendem Stillbusen oder genereller Überforderung. Viele Stars geben zu, dass sie rund um die Uhr Nannys beschäftigen oder ihre Kinder einfach überallhin mit-schleppen. Ich habe keine Nanny. Ich will auch keine. Was ich allerdings schon gerne hätte und die meisten Promis bekanntlich haben, ist ein Personal Trainer. Ja, ich weiß, gibt es in jedem Fitnesscenter. Aber gerade in der ersten Zeit nach der Geburt fiel es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer, mich zu irgendetwas außer zum Stillen, Wickeln und Spazierengehen zu motivieren. Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Daher habe ich nach Angeboten ge-sucht, die es mir daheim oder mit Baby ermöglichten, wieder in Form zu kommen. Keine Angst, alle sind durch die Bank stressfrei und zur Nachahmung empfohlen!

Sie haben die (Kurs)Wahl!

Natürlich ist es keine Offenbarung, dass es Kurse wie Rückbildungsgymnastik oder Beckenbodentraining gibt, in vielen Krankenhäusern werden diverse Einheiten sogar schon in den Tagen nach der Entbindung angeboten. Für die Zeit nach dem Wochenbett lohnt es sich aber, genau zu recherchieren, bevor man sich für ein Angebot entscheidet. Immerhin will man einen Kurs auswählen, den man dann auch tatsächlich besucht und der inhaltlich das bietet, was man sich vorstellt. Ich habe mich an die Elternschule Salzburg gewandt, eine innovative Einrichtung, die Eltern während Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft bis zur Pubertät ihrer Kinder mit verschiedensten Kursen, Workshops sowie Fachvorträgen unterstützt und begleitet. Dort hörte ich zum ersten Mal vom Cantienica-Beckenbodentraining, welches von der selbst durch Skoliose in einem „schiefen“ Körper gefangenen Benita Cantieni entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um eine neuartige Methode, welche die drei Lagen des Beckenbodens mit der Muskulatur des gesamten Beckens, des Rückens, des Bauches, der Hüften und der Oberschenkel vernetzt. Mit dem so entstehenden „Powerbecken“ wird nicht nur die Körperhaltung optimiert, sondern auch Wirbelkörper und Gelenke werden geschützt und diversen Verschleißerscheinungen wird vorgebeugt.

Das alles klang erstrebenswert und weil man auch sein Baby zum Kurs mitnehmen konnte, habe ich mich sofort angemeldet. Was mir in und an den Einheiten besonders gefallen hat, war, dass unsere Kursleiterin Wert darauf gelegt hat, uns Übungen zu vermitteln, die wir auch im oftmals stressigen Babyalltag durchführen konnten. Unzählige Beckenbodenübungen können beim Stillen, Treppensteigen oder während Entspannungspausen auf der Couch praktiziert werden, was Mamas (und Babys!) sehr gelegen kommt. DGKS und diplomierte Cantienica- Beckenbodentrainerin Renate Bayer: „Entscheidend ist eine anatomisch gute Aufrichtung, also korrekt angespannt zu sein – bei alltäglichen Bewegungen genauso wie bei den Übungen. Cantienica hilft Frauen dabei, ihren Körper besser kennenzulernen und herauszufinden, wie sie ihre (Tiefen-) Muskulatur aktivieren und vernetzen können.

Alles, was jedoch Druck Richtung Beckenboden ausübt oder verstärkt, sollte nach einer Geburt generell vermieden werden, beispielsweise schweres Heben oder Sit-Up‘s.“ Ein Cantienica-Kurs kann im Bestfall nachhaltig zu einer optimierten Körperhaltung und zu besseren Bewegungsmustern verhelfen, da es den ganzen Körper einbindet. Es eignet sich daher übrigens auch bei Beschwerden wie Inkontinenz, klassische Verspannungen oder Hexenschuss ideal.

Personal Training auf Knopfdruck!

„Einmal Training à la Hollywood, bitte!“ Kommt sofort: Legen Sie Ihr Sportoutfit bereit, schieben Sie eine der drei brandneuen Tracy Anderson „Bodystyling“ DVDs in den Player und los geht´s mit einem Programm, von dem auch Shakira, Jennifer Lopez und Courtney Cox schwärmen. Der durchtrainierte Body und das makellose Äußere dieser Personal Trainerin ruft bei frischgebackenen Mamas zwar vermutlich zu Beginn Verunsicherung oder deprimierte Gesichter hervor, die aufeinander abgestimmten Einheiten, die sich in Tempo und Intensität steigern, eignen sich aber perfekt dafür, um wieder richtig fit zu werden und widmen sich auch oftmals vernachlässigten Muskelpartien. Aber Achtung: Man fühlt sich anfangs wie in ein Musikvideo katapultiert!

Tracy Anderson zeigt die Übungen sehr schnell und rhythmisch vor und wirkte auf mich auch eher ernst. Wenn man sich ihr anstrengendes Workout jedoch zu Gemüte führt, ist zumindest der ernste Gesichtsausdruck schnell erklärt, denn hier werden tatsächlich alle möglichen und unmöglichen Muskeln beansprucht! Ich jedenfalls ließ mich von Gwyneth Paltrow motivieren, die über ihr Training mit Tracy sagte: „Es ist wie ein Wunder. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich nach zwei Kindern wieder einen so tollen Körper habe.“

Tipp: Mit englischem Originalton ansehen! („Bodystyling“, je DVD ca. € 13, www.wvg.com)

Workout for Mama

Wer sich bei Training à la Hollywood völlig fehl am Platz fühlt, dem sei MamaWorkout ans Herz gelegt. Entwickelt und am eigenen Körper während bzw. nach der Schwangerschaft getestet wurde es von der diplomierten Sportlehrerin sowie zertifizierten Prae- und Postnatal-Trainerin Verena Wiechers. Bei MamaWorkout handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept, das auf die besonderen Bedürfnisse von Müttern abgestimmt ist und zu mehr Vitalität und Wohlbefinden sowie innerer Balance verhelfen soll. Da Verena Wiechers selbst Mama von zwei Söhnen ist, sind ihr Themen wie etwa Rückenschmerzen, Blasenschwäche, richtiges Tragen sowie theoretisches Hintergrundwissen über den weiblichen Körper während und nach der Schwangerschaft sehr wichtig. Es gibt die DVDs „Fit in der Schwangerschaft“, „Rückbildungsgymnastik“ und „Bauch, Beine, Po mit Baby“.

Die Übungen werden in angenehmem Ambiente von Verena Wiechers (teils mit Baby) vorgeturnt und sie schafft es stets, klare, verständliche Anweisungen zu geben und dabei sympathisch und motivierend zu wirken. Auch wenn mein Sohn mir bald zu schwer war, um mich beim Übungsprogramm zu begleiten, machen mir die Trainingsprogramme von Frau Wiechers nach wie vor großen Spaß und be-gleiten mich bestimmt noch eine ganze Weile.

(DVD je € 15,90, DVDKomplettpaket zum Vorzugspreis von € 24,90. Infos und Bestellung auf www.mamaworkout.de)

Ob Sie sich nun für eine reine Fitness- DVD oder eine speziell für Mamas konzipierte DVD entscheiden – Der große Vorteil ist, dass man jederzeit eine Trainingseinheit machen kann und dafür weder das Haus verlassen noch großartige Vorbereitungen treffen muss. Man kann eine Schlafpause des Babys nutzen oder es neben sich in der Wippe schaukeln lassen, ist flexibel und kann sich die Zeit selbst einteilen.

Diese Bücher haben es in sich…

Ja, auch mit Büchern kann man (wieder) fit werden! Und das muss weder langweilig, eintönig noch kompliziert sein. Oft verliert man aufgrund von umständlichen Anleitungen in Ratgebern schon beim Durchlesen der Übungen die Lust aufs Ausprobieren. Es gibt aber durchaus empfehlenswerte Bücher, die richtig Lust auf Workout machen. Angela Kowsky etwa hat mit „Mama Power“ ein Buch geschrieben, das Müttern zeigt, wie sie in unterschiedlichsten Lebenslagen etwas für ihre Fitness tun können. Präzise formuliert und mit einem Lächeln illustriert werden nicht nur (kreative!) Übungen gezeigt, es wird darüber hinaus auch Basiswissen zum Beckenboden vermittelt und den Leserinnen erläutert, was bei Rückbildungsübungen nach einem Kaiserschnitt, bei Gebärmuttersenkung oder Rückenproblemen erlaubt oder verboten ist. (Angela Kowsky „Mama Power“, Trias € 15,40) Feuerwehrmänner, Fußballer und Rugbyspieler – sie alle haben schon mit Fitnessqueen Deborah Mackin trainiert. In Ihrem Buch „Fit nach der Geburt“ beschreibt die dreifache Mutter kurze und effektive Workouts für bestimmte Körperregionen, die je nach Zeit, Lust und körperli-cher Verfassung individuell zusammengestellt und auch beliebig erweitert werden können. Realistische Fotos, die die Trainerin u.a. auch mit Müttern beim Durchführen der Übungen zeigen, wirken ermutigend und sind eine Wohltat, gerade wenn man sich selbst noch nicht so ganz wohl im eigenen Körper fühlt.

Tolles Extra: Hilfreiche Still- und Ernährungstipps! (Deborah Mackin „Fit nach der Geburt“, Dorling Kindersley € 15,40) Wie auch immer: Ganz klassisch in einem Kurs, per DVD oder mit Hilfe von Büchern, jede Frau sollte nach der Geburt etwas für den eigenen Körper tun. Fakt ist, dass dieser irgendwann nicht mehr in der Lage ist, sämtliche Verschleißerscheinungen selbst zu reparieren. Wir können ihn aber sehr wohl dabei unterstützen und gerade nach Schwangerschaft und Geburt ist es definitiv an der Zeit, sich als Frau einfach mal selbst etwas Gutes zu tun und besonders auf sich und seine Gesundheit zu achten. Schließlich ist es eine Höchstleistung, ein Baby neun Monate lang auszutragen und auf die Welt zu bringen und man sollte danach keinesfalls einfach zum normalen Alltag übergehen, der zwar tausendmal schöner und bunter ist, aber wahrscheinlich auch fordernder und kräfteraubender als zuvor. Und auch wenn man nicht für Paparazzi posiert, es freut bestimmt jede Frau, wenn sie sich später auf Familienfotos selbst gerne ansieht, mit sich und ihrem Körper zufrieden ist und das auch ausstrahlt!

Fotos: Tobias Müller, Hersteller

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