Weihnachten von A bis Z

Advent, Advent

– die Welt steht Kopf. Weihnachten, die stillste Zeit des Jahres: Das war einmal. Last-Minute-Geschenke ergattern in überfüllten Geschäften, aufwendigen Festschmaus planen, quengelige Kinder beschäftigen … Job und Alltagspflichten überrollen die Stille. „Macht doch alles das Christkind“, denken Ihre Sprösslinge und leben fröhlich in den vorweihnachtlichen Trubel hinein. In unbändiger Vorfreude fiebern sie Heilig Abend entgegen: Baum und Kinderaugen erstrahlen, Erinnerungen an Stress und Hektik verglimmen. Und wir wissen: Die Mühe lohnt sich, alle Jahre wieder.

Bratäpfel

– duftende Glücklichmacher; fehlten zu Großmutters Zeiten in keiner Stube. Einfachste Variante: Eine feuerfeste Form mit Butter auspinseln, säuerliche Äpfel (z. B. Boskop) nebeneinander in die Form setzen. Bei mittlerer Hitze so lange backen, bis die Schale aufplatzt. Mit Zimt, Zucker und gehackten Nüssen bestreuen. Schmecken unwiderstehlich!

Christkind, Weihnachtsmann und Co.

– wer bringt was? Das schwer zu erhaschende Christkind verteilt die Geschenke. Weihnachtsmänner im Kaufhaus teilen Zuckerln aus und fungieren nur als „Gehilfen“. Erklären Sie Ihrem Kind die Weihnachtsgeschichte mit Maria, Josef und dem heiligen Jesuskind – auch wenn Sie nicht gläubig sind. Dann versteht Ihr Kind, worum es bei dem ganzen Trubel eigentlich geht.

Dekorieren

– Sterne statt Eisblumen am Fenster. Schere, Kleber, Karton, Papier und alte Fotos raus. Los geht´s! Handtellergroße Sterne aus Karton ausschneiden, mit (Reto-)Papier oder Fotos beidseitig bekleben. Den Sternenrand mit Glitzerstift umranden, lochen und Bändchen anknoten. Sterne auf Draht oder Schnur auffädeln und quer über die Fensterscheibe spannen. So kommt das Christkind garantiert.

Einsam in der Ferne

– Das Fest der Liebe ist zu Hause am schönsten. Öffnen Sie Ihr Heim und Herz für einen ausländischen Studenten. Geben Sie weiter, was Ihrer Familie an Heilig Abend wichtig ist. Nebenbei lernen Sie und Ihre Sprösslinge eine andere Kultur und fremde Bräuche kennen. Vielleicht können Sie so gar Kontakt für Sprachferien oder Auslandsaufenthalte für Ihre Kinder knüpfen.

Freude verlängern

– wochenlang fiebern Kinder dem Fest entgegen. Und plötzlich ist alles vorbei. Wie schade! Vermeiden Sie Tränen der Enttäuschung und planen Sie für zwei oder drei Abende nach dem Festtagsrummel besondere Aktivitäten: Kinobesuch, Nachtrodeln mit Fackeln, Schlittschuhlaufen oder Spieleabend. So stimmen sich aufgeregte Kinderherzen langsam auf den gewohnten Takt des Alltags ein. Wer den Christbaum gar nicht mehr „hergeben“ möchte, freut sich bestimmt über ein kleines lebendes Bäumchen an seiner Stelle!

Geschenke – liebevoll verpacken.

Wenn´s schnell gehen muss: Kaufen Sie braune Papiersackerln. Durch den Griff farbige Samtbänder zu einer Schleife binden. Fixieren Sie daran einen Tannenzweig, Silberglöckchen oder Christbaumkugeln. Mit Goldstift den Namen des Beschenkten und Weihnachtsgruß auf das Päckchen schreiben – fertig!

Hüftgold

– das war letztes Jahr. Dieses Jahr wird alles anders: Kochen Sie magere Fisch- oder Wildgerichte statt paniertem Karpfen. Auf Soßen oder zweite Portion verzichten! Am ersten Weihnachtstag ersetzt ein spätes Frühstück mit Vollkornbrot, Müsli und frischen Früchten das Mittagessen. Servieren Sie Fünf-Uhr-Tee mit Sandwich und Salaten statt üppigem Dinner – very british. Gehen Sie nie hungrig zu Einladungen. Beißen Sie vorher in einen Apfel.

Inventur der Spielzeugtruhe

– sortieren Sie alles aus, was kaputt ist. Entsorgen Sie wertloses Krimskrams, das seit Monaten unbeachtet blieb. So schaffen Sie sich einen Überblick: Welches Spielzeug braucht mein Kind wirklich? Weniger als Sie glauben! Zu viel lähmt die Phantasie. Besprechen Sie mit Verwandten und Freunden, worüber sich Ihr Nachwuchs freuen würde.

Jetzt eine Auszeit

– Sie sind dran! Reservieren Sie in der turbulenten Vorweihnachtszeit einen Tag für sich. Vielleicht können die Kinder mit Oma basteln. Treffen Sie eine Freundin zum Frühstück, stapfen Sie durch einen Winterwald oder legen Sie daheim die Füße hoch. Gönnen Sie sich einen Wellnesstag. Tun Sie, worauf immer Sie Lust haben – auch Unweihnachtliches!

Katastrophen vermeiden

– Gefahrenquelle Christbaum. Absolutes Muss: stabiler Ständer für den Baumstamm statt wackeligem Eigenbau. Machen Sie Ihren Kindern klar: Am Weihnachtsschmuck wird nicht gezupft. Kontrollieren Sie gelöschte Kerzen, Glutreste könnten sich neuerlich entzünden. Entfernen Sie entflammbare Materialien rund um den Baum (z B. Vorhänge). Keine Wunderkerzen auf ausgetrockneten Bäumen! Zur Sicherheit einen Kübel Wasser oder Feuerlöscher bereitstellen.

Lebende Überraschungen

– tapsiger Welpe, Schmusetiger oder Meerschweinchen unterm Christbaum? Ihr Kind leistet heilige Schwüre von wegen Gassigehen, Füttern, Stallausmisten? Bedenken Sie: Auch Kleintiere haben Bedürfnisse, Kinder sind mit der Haltung von Tieren leicht überfordert. Im Falle des Falles bleibt die Arbeit an Ihnen hängen. Weihnachten ist die schlechteste Gelegenheit, Vierbeiner ins Haus zu holen: Besucher, Trubel, Silvesterknallerei ängstigen scheue Tiere. Traurige Realität: Besonders nach dem Fest der Liebe werden unüberlegt gekaufte Vierbeiner im Tierheim „entsorgt“.

Märchenstunde

– wenn es draußen dunkel wird, ist die richtige Zeit, um sich aufs Sofa zu kuscheln und Geschichten vorzulesen. Auf dem Adventkranz flackern Kerzen, aus dem Teehäferl kringelt sich Vanille- und Zimtduft. Kinder lieben Märchen. Flüstern Sie, verstellen Sie Ihre Stimme, ahmen Sie einen fremden Akzent nach. Unvergessliche Momente, die kein Geld kosten, aber Ihre Kinder ein Leben lang begleiten werden.

Nerven schonen

– kein Hausputz vor den Festtagen! Allzu hohe Erwartungen an das Weihnachtsfest belasten: Vorhänge müssen gewaschen, Fenster blitzblank geschrubbt, der Parkettboden gewienert werden. Stopp! Ihre Wohnung sollte jetzt nach Tannengrün, Zimt und Nelken duften, nicht nach scharfem Putz- oder Scheuermittel. Verschieben Sie das Groß-Reinemachen auf Anfang des nächsten Jahres. Wer ausgebrannt vor dem Christbaum sitzt, freut sich über gar nichts mehr.

Oh Tannenbaum

– oh Tannenbaum, so bleibst du laaange friisch: Geschnittene Bäume einige Tage im Kübel einwässern. Verwenden Sie mit Wasser befüllbare Christbaumständer. Achtung: Das zugespitzte Ende des Stammes muss bis zur Rinde im Wasser stehen – nur so kann sich der Baum komplett mit Wasser versorgen. Gewöhnen Sie lebende Bäume an die Wärme: zuerst einige Tage bei 15 Grad (Vorzimmer, Stiegenaufgang), dann erst ins Wohnzimmer – nicht länger als zehn bis zwölf Tage. Danach Baum wieder an kühlere Temperaturen gewöhnen und im Frühjahr, wenn die Erde nicht mehr gefroren ist, auspflanzen.

Patchwork-Families

– Wer, wann, wo, mit wem? Planen Sie genügend Zeit für Bescherung und gemütliches Beisammensein. Hetzen Sie mit Ihren Kindern nicht von einem „Nach-Feier-Termin“ zum nächsten und lassen Sie sich nicht von alter oder neuer Verwandtschaft unter Druck setzen. Nicht alles ist Pflicht, haben Sie Mut zur freundlichen Absage. So vermeiden Sie Krach unter dem Christbaum. Tipp: Verlassen Sie sich beim Planen nicht auf die Eigeninitiative anderer.

Quasi gescha fft

– nur die letzten Leckerbissen für den Festschmaus fehlen. Keine Panik! Machen Sie eine Liste mit den Dingen, die Sie noch besorgen müssen, setzen Sie ein Limit für alle Ausgaben. Kaufen Sie exakt die Hälfte der Lebensmittel des vorangegangenen Jahres. Die Mülltonnen quellen nach den Schlemmertagen über – vor allem wegen verdorbener Nahrungsmittel.

Rotznasen

– unter Volldampf. Heißer Wasserdampf wirkt Wunder, befreit Atemwege, desinfiziert und schädigt Schnupfenviren (viele Erreger sind hitzeempfindlich). So machen Sie „Hatschis“ den Garaus: eine Handvoll Kamillenblüten in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen, Gesicht über Dampf halten – tief einatmen! Legen Sie ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht entweichen kann. Mit Kindern: Leintücher über Regenschirm, kleinen Tisch oder zwei Sessel spannen. Topf mit heißem Wasser darunterstellen und gemeinsam mit Mama, nie alleine (wegen Verbrennungsgefahr), inhalieren, am besten mehrmals pro Tag. Und zum großen Fest können (hoffentlich) alle durchatmen!

Stille Post

– ein Brief vom Christkindl! Hunderte Kinder schreiben einen Brief an das Christkind, vertrauen ihm Sorgen und Nöte an, äußern geheime Wünsche. Auch wenn an Heilig Abend nicht alle Erwartungen erfüllt werden – das Christkindl selbst antwortet jedem Kind. Adresse: Postamt Christkindl, Christkindlweg 6, 4411 Christkindl. Info: www.christkindl.at

Türchen für Türchen

– Warten auf das Christkind fällt leichter, wenn es die letzten 24 Tage vor Weihnachten morgens eine kleine Überraschung gibt. Adventskalender – einfach und schnell: Auf Rückseite kleiner Kuverts oder Pappschächtelchen Magneten (Bastelgeschäft) kleben; mit kleinen Botschaften, Gutscheinen oder Überraschungen füllen. Mit Glitzerstift nummerieren und auf Magnettafel (z. B. Ikea) heften. Fertig!

Vanillekipferl und Co.

– jetzt ist Nasch- und Backzeit. Kneten, walken, ausstechen, Blech für Blech vorsichtig ins Backrohr schieben – für Kinder gibt es nichts Schöneres. Beim Eiertrennen flutscht das Eigelb in die falsche Schüssel, gigantische Teigpatzen tropfen von Kinderhänden auf den Boden – Schreckensvision vieler Hausfrauen. Trotzdem: Gönnen Sie Ihren
Liebsten die Freude. Ihre Kinder werden ihn nie vergessen, den Duft nach buttrigen Keksen, Vanille und Geborgenheit.

Winterzauber

– ein gemeinsamer Nachmittag im Wald. Als Einstimmung erzählt ein Erwachsener von Feen, Trollen oder Wichtelmännern, die versteckt im Wald hausen sollen. Danach suchen alle unter Wurzelstöcken und Gestrüpp nach den scheuen Waldbewohnern. Danach ein Picknick: Kinderpunsch in Thermoskanne als Warmmacher, dazu Weihnachtsgebäck naschen. Warm eingepackt ein Riesenspaß!

X für ein U vormachen

– der „Schwindel“ vom Christkind. Kinder lieben Fantasiegestalten, so mancher Knirps flüstert längst mit einem unsichtbaren Freund. Das Rätsel um das Christkind und die Geheimniskrämerei der Erwachsenen machen für viele Kinder den eigentlichen Zauber von Weihnachten aus: wohliges Bangen, ob das Christkindl auch diesmal kommt, ein verbotener Blick durchs Schlüsselloch. Vorfreude, Herzklopfen und Erleichterung am Heiligen Abend. Ein Tipp für ältere Kinder: Hat Ihr Sprössling ernsthafte Zweifel an der Existenz des Christkinds, dann lügen Sie nicht. Erklären Sie, ohne jedoch die lieb gewonnene Fantasievorstellung gewaltsam zu zerstören. Infos rund ums Christkind: Pro-Christkind-Verein, www.pro-christkind.at

Yoga

– Stimmungsaufheller zwischendurch, Kraft tanken und relaxen. Übung für einen verspannten Nacken und Kopf voller Gedanken: Beine leicht grätschen, Kinn an den Brustkorb ziehen, Kopf langsam in einem großen Kreis im Uhrzeigersinn drehen. Augen schließen, ruhig atmen, Schultern senken. Wiederholen Sie diese Übung fünfmal im und fünfmal gegen den Uhrzeigersinn. Und schon sind Sie fit für die nächste Aufgabe.

Zeit statt Packerln verschenken

– Schneeflocken in Sicht? Raus aus dem heimeligen Wohnzimmer! Schenken Sie Ihren Kindern einen Tag im Schneegestöber: Rodeln, Iglubauen, Spurenlesen im Wald oder Schlittschuhlaufen. Verschenken Sie Gutscheine an Freunde: „Ein Wochenende Kinder hüten“ oder „Beim Umzug oder Ausmalen helfen“. Dem anderen schenken, wovon wir selbst gerne mehr hätten: Lebenszeit – ein Geschenk direkt vom Herzen.

Foto: Shutterstock.com MNStudio

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