SSW 24: Schlaf- und Wachphasen

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Ihr Baby entwickelt seinen ganz eigenen Tagesablauf und ist unter Umständen richtig nachtaktiv. Es braucht immer mehr Energie, die ihm vom Mutterkuchen geliefert wird.

Sie sind gerade dabei einzuschlafen, da spüren Sie einen Tritt und dann noch einen. Eine ganze Zeit davor war Ihr Baby absolut ruhig. Ja, es kann passieren, dass das Kleine Ihnen von nun an den Schlaf raubt. Denn seine Wachphasen decken sich nicht mit Ihrem Tagesablauf. Ihr Baby entwickelt zu Beginn dieser zweiten Schwangerschaftshälfte  einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Es ist nun auch die Zeit, in der insbesondere der kleine Kopf nochmal einen Entwicklungsschub erhält. Allem voran sind es die Augen, die immer aktiver werden. Die Lider sind zwar grundsätzlich noch geschlossen, beginnen aber erstmals zu zittern.

Zaghafte Versuche, die Augen zu öffnen.In der Traum phase sind Bewegungen der Augäpfel erstmals möglich. Weiters bilden die Tränendrüsen zum ersten Mal Flüssigkeit. Außerdem sind Geruch und Geschmack  weitgehend ausgebildet, weil die entsprechenden Rezeptoren vorhanden sind. Auch das Gehör des Kleinen wird immer besser, es kann zwar immer noch stark gedämpft weitere Geräusche von außerhalb Ihres Bauches wahrnehmen und unterscheiden.

Während Ihr Baby in der ersten Schwangerschaftshälfte fast ausschließlich die typische gekrümmte embryonale Haltung hatte, richtet es sich mehr und mehr auf. Das klappt immer besser, weil der Knochenbau an Stabilität gewinnt. Mit seinen rund 30 Zentimetern Körpergröße vom Köpfchen bis zu den Füßen und etwa 620 Gramm Gewicht nimmt Ihr Kind schon viel Platz in Ihrem Bauch ein.

Die Plazenta-Insuffizienz

Parallel zum Baby wächst auch die Plazenta, denn sie muss den größer werdenden Bedarf an Nährstoffen und Sauerstoff des Ungeborenen stillen. Weiters steigt die Menge des Fruchtwassers, das binnen weniger Stunden durch die Plazenta komplett ausgetauscht wird, bis kurz vor der Geburt an.In einigen Fällen arbeitet die Plazenta aber nicht optimal.Genannt wird diese  Störung  „Plazenta-Insuffizienz“, bei der die Durchblutung des Mutterkuchens gestört ist.

Erkannt werden kann dieses mit einer Doppler-Untersuchung, einer speziellen Ultraschall-Diagnostik. Die Ursache für die  Störung liegen in einer Grunderkrankung  der werdenden Mutter begründet. Hierzu zählen beispielsweise Bluthochdruck, Erkrankungen der Nieren, krankhafte Veränderungen der Blutzusammensetzung oder Diabetes.

Schwangerschaftsdiabetes

Eine besondere Form der  Zuckerkrankheit ist die Schwangerschaftsdiabetes, die auch Gestationsdiabetes genannt wird. Dabei ist der  Zucker-Insulin-Haus halt gestört und der Blutzuckerspiegel deutlich erhöht. Als Folge hat auch das Baby einen erhöhten Zuckerspiegel in seinem Blut und schüttet mehr Insulin aus als üblich. In letzter Konsequenz bedeutet dies: Ihr Baby wächst deutlich schneller als die Natur es vorgesehen hat.

Es ist am Ende der Schwangerschaft deutlich größer und schwerer als sonst üblich und muss in jedem Fall per Kaiserschnitt geboren werden. Weiters wird ein Teil des Zuckers in Fettpölsterchen angelegt. Das Kind wird also schon im Mutterleib auf „Übergewicht“ programmiert. Das Fatale an der Schwangerschaftsdiabetes ist, dass Sie erst einmal nichts davon merken. Sie fühlen sich wohl und haben keine spezifischen Symptome.

Allerdings muss die Schwangerschaftsdiabetes  unbedingt behandelt  werden, da sie auch für Sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für  eine  Gestose  oder Schwangerschaftsvergiftung darstellt. Die Schwangerschaftsdiabetes kommt bei etwa  vier Prozent aller werdenden  Mamis  vor. Sie  entsteht durch den veränderten Hormonhaushalt. Deshalb verschwindet die Diabetes in den allermeisten Fällen unmittelbar nach der Geburt des Kindes wieder und muss folglich nicht dauerhaft behandelt werden.

Nächste Schwangerschaftswoche: SSW 25: Binden Sie Ihren Partner ein

Text: Mag. Lisa Drost
Bild:dr OX/Shutterstock.com