Eins,Zwei…Brei!

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Wie Sie entspannt mit Beikost starten und worauf dabei geachtet werden sollte, weiß Mama Isabel Müller aus eigener Erfahrung.

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass sich Ihr Baby in Lichtgeschwindigkeit entwickelt? Eben noch frisch geschlüpft, winzig und schutzsuchend an meiner Brust und kurz darauf schon eine richtige kleine Persönlichkeit mit „Hunger auf mehr“ – so kam es mir zumindest bei meinem Sohn vor. Lächeln, greifen, robben, krabbeln – es gibt so viel zu erleben und zu erlernen und um dafür tagtäglich gerüstet zu sein, brauchen Babys eine optimale Versorgung.

In den ersten Lebensmonaten erhält ein Baby alle notwendigen Nährstoffe über Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrungen, aber irgendwann ist es Zeit, den Speiseplan mit B(r)eikost zu ergänzen. Viele Eltern – vor allem Mamas! – sind, was die Gewöhnung an Lebensmittel in Breiform betrifft, unsicher. Das wird durch unterschiedlichste Ratschläge und Empfehlungen nicht gerade vereinfacht.

Aber mit nachfolgenden Tipps wird Ihnen die Brei-Einführung hoffentlich babyleicht gelingen und wer weiß, vielleicht wird Ihr Baby, wie meines, zu einem richtigen „Brei-Fan“!

Wer will von meinem Tellerchen essen?

Experten, Ärzte und Hebammen raten eine Einführung der Beikost nicht vor der 17. und nicht nach der 26. Lebenswoche. (http://www.bmg.gv.at/home/ Schwerpunkte/ Ernaehrung/Empfehlungen/ Die_Oesterreichischen_Beikostempfehlungen). Denn obwohl Eltern ihr Baby durch und durch kennen – beim richtigen Zeitpunkt für den Breistart scheiden sich die Geister und als Mama kann ich nur bestätigen, dass eine Art „Richtlinie“ Sicherheit gibt und man sich gerne daran orientiert. Wenn Ihr Baby also im entsprechenden Alter ist und Sie zusätzlich eines oder mehrere der folgenden Zeichen bei Ihrem Baby beobachten, könnte es durchaus an der Zeit sein, mit Ihrem Baby auf kulinarische Entdeckungsreisen zu gehen.

  • Ihr Baby will vermehrt an die Brust oder verlangt deutlich öfter nach einem Fläschchen, wirkt auch nach dem Füttern hungrig
  • Ihr Baby interessiert sich auffallend für Nahrungsmittel, greift danach oder steckt sich angebotene Häppchen bereitwillig in den Mund
  • Der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, ist abgeschwächt
  • Ihr Baby kann aufrecht sitzen und hält sein Köpfchen sicher und ohne Hilfe
  • Ihr Baby zahnt oder hat schon erste Zähnchen

Die Einführung der Beikost ersetzt anfangs übrigens keineswegs das Stillen oder das Fläschchen – wie der Name schon sagt, werden neue Lebensmittel der gewohnten Nahrungsquelle beigefügt. Früher wurde geraten, Monat für Monat eine Milchmahlzeit nach der anderen durch eine Breimahlzeit zu ersetzen und mit dem Mittagsbrei zu starten. Egal, wie Sie es machen und nach welchem Muster Sie vorgehen, niemand kann Ihnen genau sagen, welche Reihenfolge und welches Tempo für Sie und Ihr Baby am besten sind.

Vielleicht passt es gut in Ihren Tagesablauf, mit dem Mittagsbrei zu starten – wenn Sie aber beispielsweise berufstätig sind, wäre der Abendbrei sicher eine angenehmere Alternative. Laut den österreichischen Beikostempfehlungen gibt es keine „falsche“ Reihenfolge in der Einführung von Beikost, die Umstellung auf festere Nahrung sollte aber langsam und Schritt für Schritt erfolgen.

Lätzchen, Löffel und los!

Falls Sie sich schon vor der Geburt mit der Frage „Stillen oder Fläschchen?“ gequält haben, gibt’s jetzt die Fortsetzung: „Selber kochen oder auf Gläschenkost setzen?“. Es gibt eine wirklich vielfältige Auswahl an streng kontrollierten und aus besten Zutaten hergestellten Gläschen in Supermarkt- und Drogerieregalen, was eine praktische Lösung für den Alltag ist. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es auch großen Spaß macht, selbst zum Kochlöffel zu greifen und Babys Breichen einmal selbst zuzubereiten.

Das ist weder schwierig noch kompliziert und da man Breimengen für einige Tage im Voraus zubereiten kann, auch nicht sonderlich zeitaufwändig. Vorausgesetzt natürlich, Sie kochen gern! Ratsam ist, für die Zubereitung der Breie schadstofffreies Obst und Gemüse zu verwenden, idealerweise aus biologischer Landwirtschaft. Egal ob selbstgekocht oder Gläschenkost – Wählen Sie ohne schlechtes Gewissen den Weg, der für Sie und Ihr Baby am besten passt. Und dann geht’s richtig los! Wählen Sie für den ersten Breiversuch einen für Sie günstigen Tag, denn Ihr Baby merkt, wenn Sie angespannt, nervös oder gestresst sind und reagiert darauf. Ihr Baby sollte sicher im Hochstuhl oder auf Ihrem Schoß sitzen, Blickkontakt mit Ihnen haben und neugierig auf den geheimnisvollen Inhalt im Schüsselchen vor sich sein.

Vor dem Füttern unbedingt die Breitemperatur überprüfen, oft sind Breie nach dem Erwärmen nicht gleichmäßig erhitzt (Achtung Mikrowelle!) und Babys reagieren sehr sensibel auf alles, was ihren Mund passiert. Zum Füttern werden spezielle Babylöffel empfohlen, die etwas flacher, abgerundet und aus Plastik sind – so kann Ihr Baby die angebotene Nahrung anfangs „heruntersaugen“ und die Verbrennungsgefahr ist vermindert, weil sich Plastik nicht so schnell erhitzt wie Edelstahl. Brei sollte immer mit dem Löffel gefüttert werden, da er Kohlenhydrate enthält und es für die Verdauung äußerst wichtig ist, dass die Nahrung gründlich eingespeichelt wird.

Liebe geht durch den (Baby-)Magen!

Seien Sie nicht entmutigt, falls bei der ersten Mahlzeit vieles danebengeht, ihr Baby den Brei wieder ausspuckt oder erst gar nicht probieren will. Anfangs reichen wenige Löffelchen der pürierten Kost vollkommen aus, danach stillen Sie wie gewohnt oder geben Ihrem Baby sein Fläschchen. Nahrungsreste auf keinen Fall nochmals aufwärmen oder „für später“ aufheben, aus hygienischen Gründen sollten Babys stets frisch zubereitete bzw. frisch erwärmte Speisen bekommen. Füttern Sie auch niemals mehr, als Ihr Baby möchte, es gibt Ihnen deutliche Signale, wenn es genug hat!

Machen Sie sich und Ihrem Liebling keinen Druck, auch Babys haben mal mehr, mal weniger Hunger – genau wie wir. Manche Babys sind von Anfang an begeisterte Brei -Esser, andere brauchen brauchen mehr Zeit, um sich an neue Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Gerüche zu gewöhnen. Es ist übrigens für Ihr Baby auch keineswegs langweilig, wenn Sie anfangs eine Woche lang den gleichen Brei füttern, im Gegenteil: Die ersten Breie sind eine wahre Geschmacksexplosion! Süßliche, milde Gemüse wie Karotte, Zucchini, Kürbis oder auch Pastinake werden von vielen Babys gut akzeptiert. Erst wenn Ihr Baby eine Gemüsesorte gut verträgt, sollten Sie beispielsweise Kartoffeln oder Getreide ergänzen, etwas später dann auch Fleisch.

Wenn Sie nach neu eingeführten Lebensmitteln Durchfall oder allergische Reaktionen beobachten, halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt. Manchmal hilft es zudem, ein paar Tage abzuwarten und es erneut zu versuchen. Wichtig ist, dass Ihr Baby Mahlzeiten als etwas Positives wahrnimmt und ihm von Anfang an vermittelt wird, dass es beim Essen um mehr als bloße Nahrungsaufnahme geht.

Dazu können Sie tagtäglich auch am eigenen Esstisch beitragen: Planen Sie Familienmahlzeiten und essen Sie gemeinsam, sprechen Sie mit fröhlicher Stimme und betonen Sie, wie gut es Ihnen schmeckt – Ihr Baby beobachtet Sie genau! Mit Liebe und Geduld wird die Breipremiere bestimmt ein aufregendes Erlebnis und ich kann Ihnen versichern: Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn Ihr Baby freudig den nächsten Löffel Brei erwartet, satt und glücklich strahlt und Sie wissen, dass es rundum gut versorgt ist.

Mehr Informationen finden Sie hier !

Fotos: Tobias Müller, Hersteller, beigestellt

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