Summer time

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Kinderhaut muss besonders sanft behandelt werden, sei es beim Wickeln, Baden, vor dem Aufenthalt im Freien oder nach einem Insektenstich – damit sich Kids auch im Sommer rundum wohlfühlen.

Zarte Kinder- und vor allem Babyhaut braucht ganz besondere Pflege. Die Haut ist in den ersten Lebensjahren wesentlich sensibler als im Erwachsenenalter. Das hängt damit zusammen, dass ihre Schutzbarrieren noch nicht völlig ausgereift sind. Die Talgdrüsen entwickeln sich erst bis zur Pubertät vollständig. Dazu kommt, dass die Hornschicht deutlich dünner als bei Erwachsenen ist. Resultat: Kinderhaut tendiert häu g zum Austrocknen, außerdem sind die Schutzbarrieren schwächer, weshalb Entzündungen und Infektionen leichter entstehen können.

Guter Sonnenschutz

Sommer, Sonne, Badefreuden – das steht in den kommenden Wochen auf dem Programm. Da sollte die Kinderhaut tatsächlich besondere Aufmerksamkeit und P flege bekommen. Denn auch ihre Pigmentierung und damit ein gewisser natürlicher Schutz vor den UV-Strahlen entwickeln sich erst im Laufe der Jahre. Kids bekommen deshalb schneller einen Sonnenbrand. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch das Risiko von bösartigen Hautveränderungen in späteren Lebensjahren erhöhen. Studien zeigen, dass häu fige Sonnenbrände im Kindesalter die Entstehung von Melanomen begünstigen. Empfehlenswert sind wasserfeste, parfumfreie Sonnenschutzprodukte mit hohem UV-A- und UV-B-Lichtschutzfaktor, die auch sogenannte Mikropigmente enthalten. Für die Urlaubsreise den Sonnenschutz am besten vor der Abreise kaufen, damit Sie mit Sicherheit ein für das Kind geeignetes Produkt erhalten. Beim Eincremen nicht auf Lippen, Ohren, Handrücken und Zehen vergessen. Der
Sonnenschutz muss, selbst wenn er wasserfest ist, mehrmals täglich erneuert werden. Außerdem sollte der Aufenthalt in der Sonne je nach Alter und Hauttyp beschränkt werden.

Baden – weniger ist oft mehr

Viele Seifen und Shampoos versprechen, den Säuremantel der Haut nicht anzugreifen. Aber schon allein warmes Wasser beeinträchtigt diesen natürlichen Schutz. Baden solle deshalb nicht übertrieben werden, meinen Dermatologen: Für Babys und auch für Kinder bis zur Pubertät empfehlen sich nicht mehr als ein bis zwei Badetage pro Woche. Täglich sollten lediglich Gesicht, Hände und Po gewaschen werden, Letzterer bei Wickelkindern natürlich bei jedem Windelwechsel.

Auch beim sommerlichen Badeaufenthalt empfehlen Experten, die Kinder nicht endlos lange im Meer, See oder Pool planschen zu lassen. Danach ist außerdem eine gründliche Dusche angesagt, um Salz- und Chlorreste zu entfernen. Nach dem Sport oder wenn das Kind einmal vom Spielen im Freien verschmutzt nach Hause kommt, genügt dagegen Abwaschen mit einem frischen Waschlappen oder gegebenenfalls eine Dusche ohne Verwendung von Seife oder Shampoo.

Viele Dermatologen raten davon ab, im ersten Lebensjahr Badezusätze oder gar Seife zu verwenden. Bei Säuglingen ist für die Reinigung 37 bis 38 Grad Celsius warmes Leitungswasser völlig ausreichend. Auch in späteren Jahren bis zur Pubertät sollten Reinigungsmittel sparsam verwendet werden. Empfehlenswert sind milde, seifenfreie Produkte auf möglichst natürlicher Basis mit rückfettender Wirkung und ohne chemische Konservierungsmittel, Duftsto ffe oder Schaumzusätze.

Eincremen – ja oder nein?

Wenn Sonne und Badewasser die Hautstrapaziert haben, ist abendliches Eincremen durchaus sinnvoll und wohltuend. Aber sonst erweist sich bei intakter Haut des Kindes tägliche P ege mit einer Creme nicht unbedingt als notwendig Am besten entscheidet
man nach dem Zustand der Haut und wählt ein geeignetes Produkt aus Apotheke, Drogerie oder Supermarkt. Für raue und trockene Haut emp fiehlt sich regelmäßige Pflege mit einer fettenden Creme, einem Babyöl oder einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Bei fettem Hauttyp sollte eine Creme mit hohem Wassergehalt verwendet werden.

Wichtig ist, dass die Cremes frei von chemischen Konservierungsmitteln, Farb- und Duftsto ffen sind. Die Fette sollen p anzlichen Ursprungs sein, also etwa Sesam-, Avocado-, Mandel-, Haselnuss- oder Ringelblumenöl. Die deutsche Zeitschrift „Ökotest“ (www.ökotest.de) hat unlängst
20 Babycremes unter die Lupe genommen. Erfreuliches Ergebnis: Die große Mehrzahl der P flegemittel schnitt „sehr gut“ ab, drei Produkte wurden als „gut“ eingestuft, lediglich eine Feuchtigkeitscreme bekam ein „Befriedigend“. Es war übrigens das teuerste Erzeugnis (die Eau Thermale Avène Pédiatril Feuchtigkeitscreme von Pierre Fabre) – was einmal mehr zeigt, dass der Preis nicht immer etwas über die Qualität aussagt.

Kaufen Sie anfangs nur die kleinste Packungsgröße des P flegeprodukts. Sie sehen nach kurzer Zeit, ob das gewählte Produkt ihrem Baby gut tut und die gewünschte Wirkung bringt. Falls nicht, wechseln Sie einfach das P flegemittel bzw. besprechen Sie die Hautprobleme beim nächsten Arztbesuch. Keine Experimente mit gängigen Pflegemitteln sollten Sie bei krankhaften Veränderungen der Haut vornehmen, also unter anderem bei starken Rötungen, Schuppungen oder juckenden Stellen. In diesem Fall emp iehlt sich ein Besuch beim Kinderarzt oder Dermatologen.

Das Eincremen sollte fürBaby und Kleinkind ein genussvolles Erlebnis sein. Wärmen Sie die Creme oder Lotion in der Hand fläche an und verteilen Sie sie mit sanften Streicheleinheiten auf der Haut. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Eine dicke Cremeschicht bringt keine bessere Wirkung und kann sogar das Wohlbe nden beeinträchtigen. Ab etwa dem fünften Lebensjahr kann sich das Kind selbst eincremen.

Problemzone Säuglingspopo

Kein Wunder, dass die zarte Haut am Po des Säuglings leidet: Er liegt im Nassen, die Haut wird gereizt, Bakterien und Pilze gedeihen in dem feuchten Milieu – das brennt, und ein Baby kann sein Leid nun einmal nur durch lautes Geschrei zum Ausdruck bringen. „Windeldermatitis“ nennt der Mediziner den ständig entzündeten Po, fast jedes zweites Kind ist davon mehr oder weniger regelmäßig betro ffen.

Richtige Hautp flege kann hier viel helfen. Die Windel sollte häu fig gewechselt werden, reinigen Sie den Bereich bei jedem Wechsel gründlich mit warmem Wasser, und zwar vom Genitalbereich zum Po. Verwenden Sie nach Möglichkeit keine parfümierten Feuchttücher, sondern Öltücher, Waschlappen oder ein kleines weiches Handtuch. Dann den Po trocknen – idealerweise mit einem Föhn – und dünn eine gute Wundschutzcreme auftragen. Sie sollte natürliches P flanzenöl und heilungsfördernde Zusätze wie Kamille enthalten.

Empfehlenswert sind auch Wundschutzcremes mit Zinkoxid – unnötig hingegen zusätzliche Parfümierungen, selbst wenn es sich um allergiegetestete Sto ffe handelt. Sie haben keinerlei Ein uss auf die Heilung, können die strapazierte Haut gar zusätzlich belasten. Am besten tut der lädierten Pohaut frische Luft. Lassen Sie Wickelkinder möglichst oft windelfrei strampeln oder herumlaufen – die schönen Sommertage sind ideal dafür.

Weitere Information und Interview finden sie im aktuellen fratz&co.

Foto: Shutterstock.com Max Topchii

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