SSW 30: Baby schärft seine Sinne

Hören, Riechen, Schmecken – das funktioniert alles schon ziemlich gut bei Ihrem ungeborenen Kind. Dass es dem Kleinen gut geht, wird bei der Mutter-Kind-Untersuchung samt Ultraschall kontrolliert.

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Ihr Baby wird immer mehr zu einem aufmerksamen Zuhörer. Das liegt vor allem daran, dass es zunehmend lernt die Töne auseinanderzuhalten. Richtig gut klappt das bei hohen und tiefen Tonlagen. Am vertrautesten ist und bleibt aber Ihre Stimme, die es neben Ihrem Herzschlag und Geräuschen aus Ihrem Verdauungstrakt als erstes wahrgenommen hat. Auch die anderen Sinne sind inzwischen gut geschärft. Beim Riechen würde es nun schon dank der ausgereiften Rezeptoren in der Nase ganz gut klappen. Der Geschmack ist ja schon seit einiger Zeit vorhanden, auch wenn er nun deutlich besser funktioniert. Im Versuch haben Wissenschaftler nämlich das Fruchtwasser mal mit Süße und mal mit Bitterstoffen versetzt. Süß brachte das Ungeborene dazu, mehr zu trinken, während es bei der bitteren Variante die Aufnahme eingestellt hat.

Keine Angst, da das Fruchtwasser ja binnen weniger Stunden komplett durch die Plazenta ausgetauscht wird, war es nur kurzfristig mit Geschmacksstoffen versetzt. Der Mutterkuchen als Verbindung zwischen Ihrem Körper und dem Baby ist es auch, der das Kleine mit Abwehrstoffen versorgt. So wird es schon in Ihrem Bauch vor Infektionsgefahren auf der Welt geschützt. Weitere Unterstützung fürs Immunsystem gibt es nach der Geburt noch über die Muttermilch. Der Platz der dem ungeborenen Kind in Ihrem Bauch zur Verfügung steht, wird von Tag zu Tag weniger. Das Kleine ist fast schon ein Großes mit seinen knapp 38 Zentimetern Körperlänge vom Kopf bis zu den Füßchen. Binnen einer Woche hat es zudem mehr als zehn Prozent Gewicht auf nun rund 1400 Gramm zugenommen.

Kontrolle per Ultraschall
Mit der 30. Schwangerschaftswoche beginnt die Frist für die vierte Vorsorgeuntersuchung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes. Diese kann bis einschließlich der 34. Schwangerschaftswoche kostenlos bei Ihrem Arzt in Anspruch genommen werden. Der Mediziner kontrolliert dabei, ob bei Ihnen und Ihrem Kind alles in Ordnung ist. Mit dieser vierten Untersuchung wird häufig gleich die dritte Ultraschalluntersuchung durchgeführt, die im Mutter-Kind-Pass empfohlen wird. Ihr Arzt kann dank der Bilder erkennen, ob beim Baby alles stimmt. Ob es sich normal entwickelt.

Ob irgendwelche Anzeichen für Unregelmäßigkeiten vorhanden sind.Sie sollten auf jeden Fall diese Untersuchungen durchführen lassen, da sie sehr sinnvoll sind. Vor der Einführung des Mutter-Kind-Passes im Jahr 1974 war die Sterblichkeit von Müttern und Babys deutlich höher als heute. Zum einen ist die Verbesserung sicherlich der fortschreitenden Medizintechnik geschuldet. Gleichwohl ermöglichen die Untersuchungen eine frühzeitige Diagnose von krankhaften Veränderungen. So kann zeitnah reagiert und Schlimmeres verhindert werden. Nicht zuletzt ist die Teilnahme an den Untersuchungen auch die Grundlage für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes in voller Höhe.

Unruhige Nächte
Während sich in den meisten Fällen dank der Untersuchungen und der positiven Ergebnisse ein beruhigendes Gefühl bei der werdenden Mami einstellt, kommen Sie an anderer Stelle nun deutlich weniger zu Ruhe. Denn an einen erholsamen Schlaf die gesamte Nacht hindurch ist in den nächsten Wochen immer weniger zu denken. Zum einen ist Ihr dicker werdender Bauch ein gewisses Hindernis, wenn Sie die optimale Schlafposition einnehmen wollen. Es wird mit der Zeit auch schwieriger für Sie, sich im Bett auf die andere Seite zu drehen. Der Rücken kann sich auch trotz sehr guter Matratze immer mal wieder melden.

Denn Kreuzschmerzen sind im letzten Drittel der Schwangerschaft ein durchaus übliches Symptom. Auch wenn gerade die aufrechte Position beim Stehen, Gehen und teils auch beim Sitzen die Wirbelsäule besonders belastet. Die Schmerzen können aufgrund der hohen Belastung am Tag auch in der Nacht im Bett vorhanden sein. Weiters hält Sie Ihr Baby – wenn auch indirekt – die Nächte hindurch auf Trab. Sie werden nämlich zwischen Bett und Toilette pendeln. Das wachsende Baby in der größer werdenden Gebärmutter drückt immer stärker auf Ihre Blase. Die hat immer weniger Platz, um den Urin zu speichern.

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Text: Mag. Lisa Drost
Bild: dr OX/Shutterstock.com